Artikel getaggt mit ‘Sex’

Die Berührerin

Basel. In einem Café am schönen Marktplatz wurde ich gestern zum voyeuristischen Mithörer eines eindrücklichen Gespräches zwischen zwei jungen hübschen Frauen, die sich wohl länger nicht mehr gesehen haben. Sie erzählten sich u.a. wie sie sich zwischenzeitlich beruflich weiterentwickelt hatten.

Eine der beiden Frauen erklärte, dass sie seit zwei Jahren therapeutisch mit behinderten Menschen arbeite, was mich als diesbezüglich sozialgesinnter Zeitgenosse natürlich positiv beeindruckt hat und meine Aufmerksamkeit sensibilisierte. Sie erzählte im Weiteren, dass sie als „Berührerin“ arbeite. Was das wohl ist?


Umarmen, Küssen, sexuelle Befriedigung
bis zum Geschlechtsverkehr
Zu ihren Aufgaben gehört nach allem was ich mitbekommen habe das zärtliche Berühren und Streicheln von Menschen mit Behinderungen. Menschen, die nicht oder nur schlecht in der Lage sind, ein annähernd erfülltes Sexualleben zu führen. «Das geht vom Umarmen über Küssen, bis zur sexuellen Befriedigung», sagte sie. Die Wünsche der Klienten seien «sehr unterschiedlich». Sie dürfe sich jetzt auch Sexualassistentin nennen, da sei vieles möglich.

Die Gesprächsfetzen haben mich den ganzen Tag und am Folgetag noch begleitet. Sexualität kann für jeden Menschen schön sein. Jeder Mensch hat ein Recht auf Sexualität. Die Körper aller Menschen sind so geschaffen, dass sexuelles Verhalten mit angenehmen Gefühlen belohnt werden kann. Dies trifft natürlich auch auf Menschen mit einer Behinderung zu. Mich hat die Tatsache völlig überrascht, dass mir der praktische Aspekt dieses Themas bisher nicht bewusst war.

Sexualität und Partnerschaft gehören m.E. eng zusammen. Wie bei Nichtbehinderten leben viele Behinderte Menschen aber nicht in einer Partnerschaft. Sie leben alleine. Aus Überzeugung oder zwischen zwei festen Beziehungen oder weil sie den richtigen Menschen noch nicht gefunden haben oder auch – weil sie auf Pflege angewiesen sind – in entsprechenden Heimen und Institutionen. Auch sie wollen Sexualität erleben und können Wege dazu finden. Ein Weg ist z.B. Masturbation.

Ob mit oder ohne Behinderung: Manche Menschen wollen sich nicht (mehr) sexuell verhalten und leben dennoch glücklich. Andere wollen Sex und Zärtlichkeit gerne ausleben und haben zu wenig Möglichkeiten. Bei behinderten Menschen trifft dies wohl in vermehrtem Masse zu.

Wer anderen Menschen helfen will, ein sexuell erfülltes Leben zu führen, muss wohl genau wahrnehmen können, was individuell als Erfüllung verstanden wird. Vielleicht ist das ja die Schlüsselqualifikation der Professionellen (Berührerinnen)?

Die Nachfrage nach Berührung ist da
Die Nachfrage nach Hilfestellungen für ein erfülltes sexuelles Leben scheint da zu sein. Ob innerhalb oder ausserhalb einer Partnerschaft spielt wohl keine Rolle. Sonst gäbe es nicht das Angebot der netten Berührerin aus Basel. Ob es um behinderte Menschen geht oder nicht.

Es stellen sich einem aber beim Reflektieren zwangsläufig ganz grundlegende Fragen:

  • Welche Behinderungsgruppen dürfen überhaupt ein Sexualleben haben? Auch geistig Behinderte?
  • Müssen sich Behinderte dazu qualifizieren?
  • Wo dürfen professionelle Berührungen stattfinden? Auch in Heimen?
  • Gibt es spezielle Berührungsstätten? Oder Berührungszentren?
  • Ab und bis zu welchem Alter darf man sich professionell berühren lassen?
  • Wie oft müssen Behinderte Masturbieren, bis sie in den Genuss einer Berührerin auf K-Schein kommen? Und wie müssen sie das Nachweisen?.
  • Was qualifiziert eine Berührerin? Wie sieht die Ausbildung aus?
  • Was qualifiziert die Experten des Qualifikationsverfahrens einer Berührerin?
  • Wer darf beim Qualifikationsverfahren zuschauen?
  • Wie oft dürfen sich Behinderte berühren lassen?
  • Wer zahlt die professionellen Berührungen (Staat, IV, Krankenkasse) und nach welchem Tarif wird abgerechnet?
  • Profitieren auch Nichtbehinderte von diesem Angebot? Auch auf Krankenkasse?
  • Gibt es männliche Berührer? Telefon Nr.?

23. September 2008 at 22:20 1 Kommentar

Die Menschen sind “oversexed and underfucked”

Sexuelle Lustlosigkeit = Erwartetes dividiert durch Erreichtes

Je höher die Erwartungen, desto mickriger fällt das Erreichte aus, desto größer ist die sexuelle Lustlosigkeit. Leider sind bei den meisten Menschen die Erwartungen höher als die eigenen sexuellen Leistungen oder die des Partners

Mediale Unterstützung

Man ist doch ständig umzingelt von perfektem Sex. Beim Hinaufschrauben der Erwartungen werden wir ja auch massiv von den Medien unterstützt:

  • Pornokanäle im Privatfernsehen
  • Zeitschriften
  • den vielen Exhibitionisten in den Talkshows, die dort ihr Sexualleben ausbreiten und lügen, dass die Fetzen fliegen,

Papier ist geduldig. Die Frauen, die von den Plakatwänden herunterlachen, die schauen oft so wild und so geil aus, als ob sie aus dem Plakat herausspringen und einen als Mann an Ort und Stelle verwöhnen und verführen wollten. Dann kommt man heim – nicht nur, dass sie nicht so ausschaut, sie reißt einen auch nicht nieder. Was umgekehrt für ihn natürlich auch gilt.

Früher war alles besser

Früher war doch alles besser, früher, da hat man doch viel öfter miteinander geschlafen, früher, da hat man sich schon beim Heimkommen die Kleider vom Leib gerissen.

Wenn ich erwarte, dass der Sex in einer Beziehung so bleibt, wie er am Anfang war, dann ist das eine unrealistische Erwartung. Man muss mit dem Vergleichen aufhören. Also: Runter mit den Erwartungen und das Erreichte mehr wertschätzen.

Gut genug!

Unsere Beziehung ist gut! Und der Sex, den wir haben, ist zwar nicht so gut, wie er in Pornofilmen abgehandelt wird, aber er ist auch gut genug. Und “Gut genug” meine ich wirklich im positivsten Sinn.

Lust kommt vor dem Sex

Blödsinn! Oder wartest Du mit dem Joggen auch, bis du endlich Lust dazu hast? Nein, man tut es einfach – und fühlt sich hinterher auf jeden Fall besser. Die Lust kommt beim Tun!

Spontaneitätsfalle

Die Spontaneitätsfalle ist eine Hauptursache für sexuelle Unlust. Mit der Botschaft, Sex müsse spontan sein, haben Sexualtherapeuten eine Schar von Lustlosen herangezüchtet, von denen sie heute ganz gut leben.

Vaginaler Orgasmus

Es ist ein sexueller Mythos: Es kommt nicht auf seine Technik an, sondern auf ein richtiges Beckenbodentraining.

Die Asymmetrie der Begierde

Er WILL immer – Sie KANN immer.

Warum bestimmt eigentlich immer der, der weniger oft will, wie oft es passiert? Es ist eine Sauerei, aber es ist so.

Kommen, umdrehen, einschlafen

Wenn ich gestresst heimkomme, einen schnellen Entspannungsorgasmus wünsche: Kommen, umdrehen, einschlafen – das wäre super!. Aber viele Männer trauen sich nicht, ihre Frau darum zu bitten.
Frauen fordern doch immer, sogar unter der Woche, die lange Version: Wein und Kerzen. Doch was Männer i.d.R. nicht wissen: Das weibliche Geschlecht ist durchaus zu Verhandlungen bereit.

Kannst Du Dir als Frau vorstellen, dass Du unter der Woche einen Quickie spendieren könntest, wenn Du dafür sicher einmal oder zweimal Wein und Kerzen bekommst?

Sinn dieser Verhandlungen ist zu erkennen: Wenn ich mich auf etwas einlasse, was der andere gern hat, dann bekomme ich dafür etwas geschenkt, was ich gerne habe (Vertrag).

30. Juni 2008 at 16:21 Hinterlasse einen Kommentar


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  • Niedliches Manisch-Depressives Säugetier der Arktis: Das Bipolarbärchen. inspired by @foxeen 5 days ago

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