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Tamiflu in Reserve!
In Deutschland wurde diese Woche eine Resistenzentwicklung des Schweinegrippevirus gegen Tamiflu (Oseltamivir) beobachtet. Zwei Patienten wurden in Münster wegen Schweinegrippe mit dem dem Neuramidasehemmer behandelt und entwickelten prompt eine Resistenz.
Die dokumentierten Fälle zeigen, wie schnell das H1N1 Virus Resistenzen entwickeln kann. Das ist besonders schlecht, weil wir momentan nicht viele andere Alternativen haben, sollte es wirklich zu einer schlimmen Pandemie kommen (nicht nur einer hochgepushten). Bei der Verschreibung von Tamiflu ist deshalb Zurückhaltung angezeigt.
Leichtfertige Einnahme könnte ein Schuss hintenraus werden! Beim derzeitig milden Verlauf der Schweinegrippe gehört H1N1 in Reserve. Tamiflu, nur in Ausnahmefällen (chronisch Kranke) und nachgewiesenem H1N1 Virus! Die Resistenzrate liegt aufgrund klinischer Studien bei ca. 16%. Im Falle einer Pandemie ist aber wahrscheinlich mit einer höheren Rate zu rechnen.
Bei aller Kritik an Tamiflu. Noch schlechter als eine Pandemie ist ein unwirksamer Neuramidasehemmer aufgrund von zu unkritischer Verordnung.
Viele ungelöste Fragen bei der Grippeimpfung
Unbestritten, die Informationspolitik von Pharma und Regierung sind mangelhaft in Bezug auf die Grippeimpfung. Der Einsatz von Thiomersal (Quecksilberverbindung) als Konservierungsstoff und das umstrittene Squalen-Adjuvans scheint viele Gemüter zu erregen. Positiv dabei ist, dass sich die Durchschnittsbevölkerung einmal Gedanken um moderne Forschungsgebiete im Pharmasektor macht und sich plötzlich dafür interessiert, was die Industrie in menschliche Körper spritzt, wie ich aus zahlreichen Zuschriften erfahre. Was auch nicht zu unterschätzen ist, ist die Verantwortung für die Entscheidung die problematischen Stoffe überhaupt einzusetzen. Ich möchte das nicht entscheiden müssen.
Es gibt zuviele nichtwissenschaftliche Quellen im Internet. Viele Aktionen werden höchstwahrscheinlich über PR Agencies von der Industrie verteilt. Vergessen wir nicht, erste Priorität der Pharma ist Geld zu verdienen. Viele grundsätzliche Fragen zur Grippeimpfung sind offen.
- Brauchen wir für das aktuelle H1N1-Virus mit seinem bisherigen eher milden Verlauf bei uns überhaupt eine Impfung?
- Ist es nicht denkbar, dass es wie bei früheren Pandemien möglicherweise aufgrund einer schwerwiegenden Mutation im Sinne eines Antigen-Shifts zu einer zweiten und dritten Grippewelle kommt, die viel schlimmer ausfallen (wie z.B. 1918)?
- Zumindest denkbar ist ja auch eine Kombination eines hoch pathogenen H5N1 mit einem hochinfektiösen H1N1 zu einem tödlichen Supervirus. Die Frage ist nur: Hilft uns die jetzige H1N1 Impfung dieses Risiko einzuschränken?
- Wie sinnvoll ist es, für die relativ milde Schweinegrippe unseren Trumpf, das Virustatikum Tamiflu, im grossen Stil einzusetzen? Könnte dabei das Virus eventuell wunderbare Resistenzen gegen die genannte H1N1/H5N1 Kombination entwickeln?
- Bei der spanischen Grippe waren hauptsächlich die 20 bis 40jährigen betroffen. Nicht die Kinder und die alten Menschen. In diesem Alter sollten Menschen eigentlich besonders immunkompetent sein. Könnte ihr Immunsystem eventuell zu stark auf die spanische Grippe reagiert haben, statt zu schwach?
- Wären aus diesem Grunde Adjuvantien, die das Immunsystenm zusätzlich stimulieren nicht eher kontraindiziert ?
Ich hoffe sehr, dass eine zweite und dritte Grippewelle mit Antigen-shift ausbleibt. Viele Möglichkeiten zur effekiven Behandlung wird es dann nicht mehr geben. Es bleibt uns dann wohl nichts anderes übrig, als 12 Monate freiwilliger Hausarrest (geschlossene Türen), kein Kontakt zur Öffentlichkeit und ein paar gute Bücher. Danach kann man mal vorsichtig nachschauen, wer die Überlebenden sind.
Ich frage mich, ob es die geimpften oder die ungeimpften sein werden.
Grippeimpfung: Zweiklassengesellschaft!
Es gibt scheinbar Gruppen von Menschen, die wichtiger sind als andere. Sie bekommen den Schweinegrippeimpfstoff ohne das problematische Adjuvans.
Beispiel: Bundeswehr Deutschland
Für die Bundeswehr in Deutschland wurde der H1N1-Impfstoff OHNE das umstrittene Squalen-haltige Wirkverstärkergemisch und ohne das problematische Konservierungsmittel bestellt. Experten meinen, das sei die einzig richtige Entscheidung.
In 14 Tagen werden in Deutschland die ersten Spritzen gegen die Schweinegrippe gesetzt. Aber diese erste grossflächige Pandemie-Impfaktion geht mit fatalen Bedenken einher. Der Impfstoff kann zwar den Geimpften vor der Schweinegrippe bewahren, aber das Medikament könnte aufgrund des enthaltenen Wirkverstärkers auch ernsthafte Nebenwirkungen haben. Die Nebenwirkungen können offenbar so stark sein, dass sie der Bundeswehr in Deutschland nicht zugemutet werden können. Sie bekommenden sicheren konventionellen Impfstoff, ohne das Adjuvans!

Wie sonst lässt es sich verstehen, dass die Bundeswehr jetzt ein Kontingent eines anderen Schweinegrippe-Impfstoffs bestellt hat? Das Verteidigungsministerium hat das Serum der Firma Baxter eingekauft, das zwar erst wenige Tage in Europa zugelassen ist – aber schon jetzt viel weniger umstritten ist als jenes, mit dem die übrige Bevölkerung in Deutschland geimpft werden soll. Der Bundeswehr-Impfstoff wird auch in den USA, Australien und in anderen Teilen der Welt eingesetzt. Er hat keinen Verstärker und funktioniert genauso wie das normale saisonale Grippeserum.
Das ist natürlich eine deutliche Ohrfeige für das Deutsche Gesundheitsministerium, aber die einzig richtige Entscheidung, sagt der Virologe Alexander Kekulé, Leiter des Instituts für Medizinische Mikrobiologie an der Universität Halle. Die Mediziner und Virologen bei der Bundeswehr sind einfach schlauer. Sie bestellen einen Impfstoff, dessen Funktion schon milliardenfach überprüft worden ist. Der deutschen Bevölkerung wird demgegenüber ein praktisch ungeprüfter, potentiell nebenwirkungsreicher Impfstoff verabreicht.
Die Bundeswehr braucht einen umfassenden Impfschutz für ihre Auslandeinsätze, das ist klar. Man wollte offensichtlich kein Risiko eingehen und hat auf die bewährte konventionelle Technik gesetzt, wie im Übrigen auch die USA, Australien und andere Teile der Welt. Ein Sprecher der Bundeswehr sagte, die Verträglichkeit der Impfung sei sehr wichtig und die konventionelle Impfung ohne den Wirkverstärker sei eben besser verträglich.
“Wir sind nicht etwas Besseres, wie sind etwas anderes” , sagte der Sprecher der Bundeswehr.

Die Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) frotzelte, die ganze Diskussion über die Impfstoffe sei überflüssig. Alle Impfstoffe seien sicher. Klar, Frau Schmidt. Und der Verstärker werde nur eingesetzt, damit die Wirkung “sehr hoch” ist. Klar, Frau Schmidt, was bedeutet denn “sehr hoch” konkret. Wie ist die Datenlage hierzu? Gibt es Studien? Wird es nach diesem offensichtlichen Grossversuch von Deutschland und der Pharmaindustrie eine Studie geben?
Und: Ist denn die Wirkung des Bundeswehr-Impfstoffes nicht auch “sehr hoch”? Sagen Sie dem deutschen Volk wirklich alles, Frau Schmidt?
Immerhin krebsen Sie ja jetzt zurück und empfehlen Schwangeren den Impfstoff plötzlich OHNE das umstrittene Adjuvans. Wie ich letzte Woche hier im Blog empfohlen habe. Ev. auch für Kinder.
Gestatten Sie mir deshalb nochmals die Frage: Sind beide Impfstoffe wirklich gleich sicher? Bestehen ev. noch andere Bedenken und Risiken beim Impfstoff mit Wirkverstärker?
Frau Schmidt, Sie empfehlen den konventionellen Squalen-freien Impfstoff für Schwangere. Sie empfehlen die Impfung auch für Kinder in Kindertagesstätten. Weder für Schwangere, noch für Kinder ist aber der nötige konventionelle Impfstoff verfügbar. Wie soll das gehen?
Es ist demnach fragwürdig, warum man überhaupt Impfstoff mit Adjuvans hergestellt hat. Gerade auch, weil man genügend Zeit gehabt hätte, konventionellen Impfstoff herzustellen. Wir können immer noch entscheiden, den Impfstoff mit dem Adjuvans nicht einzusetzen. Eine weitere Möglichkeit bestünde darin, den konventionellen Impfstoff zu bestellen und erst bei Bedarf, im letzten Moment (bei der Verabreichung) das Wirkverstärkergemisch zuzufügen. Die würde zwar eine Neuzulassung bedingen, brächte aber eine erhöhte Sicherheit, die ja den Kunden (also uns) und der Regierung (also Frau Schmidt) so wichtig ist. Ich befürchte aber, dass sich beim Studium des Zulassungsdossiers herausstellen würde, dass das Adjuvans keine zusätzliche Vorteile bringt.
Die Schweinegrippe verläuft hierzulande immer noch meistens relativ mild (n= >22000 Infektionen in Deutschland). Allerdings habe ich jetzt gerade ein paar Studienergebnisse gelesen, die aufhorchen lassen. Ein Team aus Winnipeg, Kanada untersuchte 168 besonders schwere Krankheitsverläufe und stellte fest, dass sich schwere Krankheitsverläufe bei Jungen und Heranwachsenden (Alter zwischen 10 und 60 Jahren) häufen. 80% der Patienten wurden nach 4 Tagen Symptome künstlich beatmet. 24 von ihnen starben. Das Durchschnittsalter der Patienten war mit 32 Jahren ungewöhnlich niedrig.
Werden wir eine Zweiklassengesellschaft haben? Wird auch bei uns der sichere konventionelle Impfstoff der Armee vorbehalten bleiben? Warum verteilen wir nicht den konventionellen Impfstoff an Schwangere und Kinder?



