Weblog-Archiv für 6. November 2009

Plakatkampagne der IV – Behinderte kosten uns nur Geld!

6. November 2009

„Im Dienste der Sache…“, sagten die Verantwortlichen für die diffamierende Plakatkampagne gegen Behinderte.  Wieviel Geld wird da für Plakate zum Fenster hinausgeworfen? Die IV geht mit dieser Teaser-Werbung bewusst das Risiko ein, dass sie sogar kontraproduktiv ist. Es wäre ein Wunder, wenn angesichts einer solcher Misswirtschaft KEINE Milliardenschulden bestünden.

Für mich ein Skandal! Was sagen dazu unsere Menschenrechtler in Brüssel? Was würden sie dazu sagen, wenn die gleiche Kampagne von der SVP lanciert würde, die im Übrigen die Kampagne verurteilt (aus Kostengründen, natürlich)? Wo bleibt das Mitgefühl unserer Staatsangestellten? Warum wundern wir uns, wenn Behinderte verprügelt werden?

Offener Brief:

Diffamierende Plakate gegenüber Behinderten!

Sehr geehrter Herr du Bois-Reymond,

Seit Montag provoziert eine Plakatkampagne in der ganzen Schweiz mit Äusserungen wie etwa «Behinderte kosten uns nur Geld» und «Behinderte sind dauernd krank». Nach zahlreichen Rückmeldungen von Menschen mit und ohne Behinderung stellen wir fest, dass diese Plakate nicht nur provozieren, sondern beleidigen und verletzten.

Bald nach Kampagnenstart wurde das Bundesamt für Sozialversicherungen, respektive die Invalidenversicherung, mit der Plakataktion in Verbindung gebracht. Mittlerweile sind Sie und Ihre Kommunikationsabteilung als Verantwortliche für diese Kampagne geoutet.

Wir sind empört über die diffamierenden Botschaften, die Sie mit der aktuellen Kampagne verbreiten – finanziert aus Versicherungsgeldern notabene –, da diese bestehende Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung zementieren.

Auch wenn die Kampagne sich als «Rätselkampagne» entpuppt, befürchten wir, dass diese Negativ-Botschaften den Menschen mit Behinderung letztlich schaden.

Wir stellen zudem fest, dass uns diese IV-Kampagne der AHV/IV-Kommission, in der wir auch vertreten sind, nicht vorgelegt worden ist. Im Gegensatz zu den Vorläuferkampagnen.

Wir müssen weiter davon ausgehen, dass Sie in der Konzeption der Kampagne keine der Behindertenorganisationen einbezogen haben. Allerdings benutzen Sie gerne betroffene Personen als Testimonials, wenn es Ihnen und der IV dient.

Wir fordern Sie deshalb auf, diese Kampagne sofort abzubrechen und sich bei den Betroffenen zu entschuldigen.

Mit freundlichen Grüssen

herr  pan

Kopie: Herr Bundesrat Didier Burkhalter, Vorsteher EDI

Plakatkampagne