Archiv für Februar 2009

Bergluft

28. Februar 2009

Die letzten paar Tage durften wir gesunde Bergluft schnuppern, süsse Skihäschen beäugen und gesalzene Rechnungen begleichen.

01050003

Fribourger Regierung korrupt? – PCB Reloaded

18. Februar 2009

Oder einfach nur unfähig? Weder noch! Denn es braucht viel Mut, um umsichtig zu regieren.
Nehmen wir zum Beispiel die Vergiftung der Saane durch die Deponie La Pila:

Über Jahre flossen so grosse Mengen von krebserregenden Substanzen in den Fluss, dass nun sogar eine echte Gefährdung besteht. Mutig erliess man aus Sorge um unsere Gesundheit ein Fischereiverbot, zäunte alles ein und fing an zu bohren. Nicht etwa in der Nase, um das Denken anzuregen, nein, direkt in der Deponie. Dort bohrt man immer noch. Dies liegt nun bald ein Jahr zurück, und die giftigen Stoffe fliessen weiter in den Fluss.

Was solls; Fische haben kein Wahlrecht und Fischer sind eine “quantité négligeable”.

Später wurde publik, dass auch Kalb- und Rindfleisch mit diesem Gift (PCB) belastet sind. Die Konsequenz: Es wurde eine Kommission eingesetzt, die nun bis zu den nächsten Wahlen tagt. Bis dann sind die Kälber gegessen, aus den Rindern wurden Kühe, und die Milch kommt sowieso von Emmi.

Böse Zungen behaupten, es werde deshalb nichts unternommen, weil die Politik “Schiss” hat, sich mit den Landwirten anzulegen. Dies obwohl belastetes Fleisch mehr Menschen betrifft als ein paar Fische.
Schwenken wir in die Gegenwart: La Tuffière heisst die Kiesgrube, wo durch den Abbau ein unschönes Loch entstand. Das musste korrigiert werden. Und schau her; es gab eine einmalige Gelegenheit: Am Lötschberg entstand auch ein Loch, aber: «Wohin mit dem Dreck?» Man erinnerte sich an das Loch im Freiburgerland, packte den ganzen Müll auf Laster und karrte ihn «ökobilanzmässig» durch die halbe Schweiz zu uns. Nun stellt sich aber heraus, dass auch dieser Schlamm belastet ist, mit so schrecklichen Buchstaben wie Cr6 (kann Missbildungen verursachen) und deutlich über dem Grenzwert liegendem Nitrit (kanzerogen beim Mensch, toxisch für Fische).
Gottseidank liegt die regionale Trinkwasserfassung etwas oberhalb und Wasser fliesst ja bekanntlich abwärts bzw. in die Saane, wo die Fische sowieso schon krank (PCB) sind.

Stellt euch vor, man hätte den Dreck in der Region Blausee deponiert und dadurch die kostspielig gemästeten Blauseeforellen belastet (laut Aussage vom Bundesamt war dies ein Grund für den Transport zu uns!).

Doch jetzt kommt die Pointe: Die vergifteten Abwasser fliessen in die Saane, vereinigen sich mit denen von La Pila, die Saane fliesst in die Aare und der ganze Dreck ist wieder bei den Bernern! Einmal mehr ist es uns scheinbar minderbemittelten Freiburgern dank der Klugheit unserer Behörde gelungen, den Bernern ans Bein zu pinkeln; der grösste Erfolg freiburgischer Politik seit dem Sieg Gottérons über den SCB. Dass für solche Erfolge Opfer erbracht werden müssen, ist wohl klar: tote Flüsse, Fauna und Flora vergiftet, Trinkwasser gefährdet, Krebs, Missbildungen … Wo leben wir eigentlich?
Und warum interessieren sich für diesen Skandal nur ein paar Hobbyfischer?

Wer sich das mal ansehen will, braucht sich nur die schöne giftgrüne Farbe der Saane anzugucken!

Hier noch der Link zur Empfehlung des Bundesamt für Gesundheit BAG

Von dan/Angeregt von Franz Engel

ein Skandal! :-(

PCB in Freiburg

17. Februar 2009

Da kommt was auf Dich zu, mein Freiburger Freund! Die Stadt Freiburg hat eine Deponie für Haushaltsabfälle betrieben, auf der nicht nur Haushaltsabfälle sondern weitaus giftigerer Industriemüll gelagert wurde. Allein die Sofortmassnahmen zur Sanierung werden schon auf rund 12.5 Mio. Franken geschätzt. Wären es nur Siedlungsabfälle gewesen hätte der Bund 40 Prozent der Kosten übernommen.

Interessant wird nun sein, ob und wie stark nun die Stadt Freiburg als ehemalige Betreiberin, der Kanton als Grundeigentümer und der Verursacher (vermutlich die Kondesatorenfabrik?) an den Sanierungskosten beteiligt werden. Zu erwarten ist, dass schliesslich höchstwahrscheinlich der Steuerzahler die Zeche begleichen wird.

Bei der Untersuchung der Deponie wurden u.a. Kondensatoren gefunden, die toxisches PCB (polychlorierte Biphenyle) enthalten. Dieses sickert derzeit ungehindert ins Grundwasser und in die Saane und vergiftet dort Wasser und darin siedelnde Lebewesen. Durch Regenwasser wird zusätzlich PCB in die Saane ausgewaschen. Geschätzt wird die Gesamtmenge an PCB in La Pila auf unglaubliche 20 Tonnen! Solche Mengen sind rekordverdächtig in der Schweiz. Gefunden wurden bis 20 g PCB pro Kilogramm Deponiematerial.  Der toxikologisch begründete Gefahrenwert (E > 7h) liegt bei 0.00000002 g pro Kubikmeter.

La Pila, Hauterive, Freiburg

La Pila, Hauterive, Freiburg

die UBS hat doch gerade nochmals die Boni erhöht. frag doch mal unverbindlich um finanzielle unterstützung an…

Letter from management about the financial situation

16. Februar 2009

Subject:  Letter from board about the financial situation

Sent: Tuesday, January 16, 2009.

Subject: management memo

Dear employees,

Due to the current financial situation caused by the slowdown of economy,
Management has decided to implement a scheme to put
workers of 40 years of age and above on early retirement.
This scheme will be known as RAPE (Retire Aged People Early).

Persons selected to be RAPED can apply to management to be
eligible for the SHAFT scheme (Special Help After Forced Termination).
Persons who have been RAPED and SHAFTED will be reviewed under the SCREW
programm (Scheme Covering Retired Early Workers). A person may be RAPED
once, SHAFTED twice and SCREWED as many times as Management deems
appropriate.

Persons who have been RAPED can only get AIDS (Additional
Income for Dependants & Spouse) or HERPES (Half Earnings for
Retired Personnel Early Severance).

Obviously persons who have AIDS or HERPES will not be
SHAFTED or SCREWED any further by Management.

Persons who are not RAPED and are staying on will receive
as much SHIT (Special High Intensity Training) as possible. Management
has always prided itself on the amount of SHIT it gives employees.
Should you feel that you do not receive enough SHIT, please
bring to the attention of your Supervisor.
They have been trained to give you all the SHIT you can handle.

Sincerely,

The Management

management

>> I’m really happy to  work with a board like that, caring, responsible, innovative… ;-)

David after the Dentist

11. Februar 2009

Manchmal beschert uns die Pharmaindustrie doch auch die eine oder andere wertvolle, bereichernde, bewusstseinserweidernde Lebenserfahrung…

Der siebenjährige David steht nach einem Zahnarztbesuch etwas neben sich. Sein Vater filmt den Drogentrip.

David, gerade einmal sieben Jahre alt, erlebte seinen ersten Drogenrausch. Vor laufender Kamera. Und die ganze Welt schaut zu, wie ein kleiner Junge mit gewaltigen Zahnlücken und wirrem Blick versucht, seinen Zustand und die Welt zu verstehen.


Medicalese

8. Februar 2009

Eine Krankheit ist erst eine Krankheit, wenn sie auch einen Namen hat. Nicht nur einen Namen im Volksmund. Sondern am besten lateinisch oder griechisch klingend.
Die Sprache solcher neuen medizinischen Ausdrücke für Gebrechen wird im englischen Sprachgebrauch „medicalese“ (= medizinesisch) genannt.

Krankheiten werden nicht nur durch Forschung entdeckt, sondern können auch aktiv zu solchen gemacht werden. In einem Stück von Jules Romains (1885-1972) verwandelt der junge Arzt Knock die serbelnde Praxis seines Vorgängers in ein florierendes Geschäft und alle im Dorf – mit erfundenen Krankheiten – zu Patienten und Patientinnen (Knock oder der Triumph der Medizin, 1923).

Doch abgesehen davon, ob eine Krankheit nun „erfunden“ oder „entdeckt“ wurde. Was passiert eigentlich In der Wahrnehmung der Öffentlichkeit, wenn eine Krankheit plötzlich „medikalisiert“ d.h. medizinisch aus der Taufe gehoben wird? Wenn z.B. aus simplen Magenbrennen die gastroösophagiale Refluxkrankheit wird?

Eine kanadische Forschergruppe ist genau dieser Frage nachgegangen. Sie hat einer Versuchsgruppe Krankheiten vorgelegt, die erst in den letzen Jahren „medikalisiert“ wurden. Die eine Hälfte der Gruppe erhielt die alten Namen der Krankheiten, wie Magenbrennen, Chronische Müdigkeit oder Impotenz. Der anderen Hälfte wurden genau die gleichen Krankheiten vorgelegt, diesmal aber mit den „medikalisierten“ Namen wie gastroösophagiale Refluxkrankheit, myaligische Enzephalomyelitis oder Errektile Dysfunktion.

Resultat:
Waren die Krankheitsnamen medikalisiert, waren die Probanden viel eher davon überzeugt, dass es sich um „echte“ Krankheiten handelt. Sie schätzten sie als viel gefährlicher ein, als wenn die Krankheiten im Volksmund daherkamen. Darüber hinaus wurden medikalisierte Krankheiten als viel seltener eingeschätzt als ihre alltagssprachlichen Entsprechungen. Sogar dann, wenn hinter den Namen, die exakt gleiche Beschreibung der Krankheit stand.

Fazit: Man braucht also gar keine neune Krankheiten zu erfinden, um die Arztpraxen zu füllen, wie Knock in Jules Romains Theaterstück; Ein neuner Name für ein altes Gebrechen reicht.
medikalisierung11

Mein erstes Spielzeug

4. Februar 2009

…war Lego. Doch die Leidenschaft gehörte schon damals klar der Chemie.

Periodensystem der Elemente (Lego)

Periodensystem der Elemente (Lego)